AUFRUF - Gedenkminute soll Zeichen setzen

Stadtverordnete Michler: Leugnen der Schoah ist unerträglich.

ZOSSEN - Mit einem Aufruf wendet sich Susanne Michler an die Bevölkerung. Anlass ist der Vorfall mit den „Stolpersteinen“ in Zossen (MAZ berichtete).

Die CDU-Stadtverordnete teilt in einem Schreiben mit: „Schoah heißt der von den Nationalsozialisten betriebene Holocaust auf hebräisch, ins Deutsche übersetzt steht Schoah für gezielte Vertreibung und Ausrottung der Juden in Deutschland und Europa. Gott sei Dank lebt das jüdische Volk! Aber den schmerzlichen Verlust von sechs Millionen wehrlos Ermordeten ihres Volkes durch Deutsche müssen Juden seit 1945 ertragen. In Zossen gibt es zwar, so weit ich weiß, keine Juden, doch leider neuerdings einen Bürger, der die Schoah leugnen will (MAZ, 26. November. Das ist unerträglich!“

Als Stadtverordnete und von Geburt an Bürgerin der Stadt Zossen möchte sie deutlich zu erkennen geben: „Die Schoah ist eine Hypothek, die Deutschland nicht löschen kann.“ Zum Zeichen der Anerkennung der nicht zu tilgenden Schuld ruft Susanne Michler alle Stadtverordneten und interessierten Einwohner am Mittwoch, dem 17. Dezember, um 18 Uhr zu einer Gedenkminute auf. Treffpunkt ist der Marktplatz 16, informiert sie.

Dort sind zum Gedenken an Juden aus Zossen, die durch die Schoah vertrieben und umgekommen sind, vier Stolpersteine verlegt. Susanne Michler bittet, keine Blumen mitzubringen, das sei nicht üblich. „So wollen auch wir nur in Stille gedenken“, sagt die Christin. Danach findet um 19 Uhr in Wünsdorf die Stadtverordnetenversammlung statt.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 29.November 2008

 

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