B-101-Ortsumfahrung Thyrow - Freitag ist die Abfahrt Großbeuthen frei

Endlich wird die Bundesstraße 101 aus der Hauptstadt Richtung Süden fertig – zum Jahresende soll auch das letzte Stück dieser Verkehrsader durch den Kreis Teltow-Fläming befahrbar sein. Freitag um 10Uhr gibt die Deges die Abfahrt Großbeuthen frei, dann können auch Busse und Lkws diesen Trebbiner Ortsteil wieder direkt an fahren und die Staus im Berufsverkehr sind weniger.

Thyrow. Ein wichtiger Abschnitt der rund fünf Kilometer langen, vierspurigen B-101-Ortsumfahrung Thyrow wird fertig: der provisorische Abzweig Großbeuthen wird definitiv freigegeben. Das sagte am Mittwochnachmittag auf der Baustelle Polier Ulf Stenzel von der Baufirma Matthäi. „Wir hatten heute Vorabnahme. Am Freitag ist Nachabnahme mit den kleinen besprochenen Nachbesserungen, und dann folgt die Freigabe um 10Uhr.“

Dann können auch Lkws und Busse den Trebbiner Ortsteil wieder ohne Umleitung anfahren. „Nach der Umlegung des Verkehrs auf die Umfahrung kann die Herstellung des Straßendamms im Anschluss an den bereits vorhandenen Abschnitt der neuen B101n zwischen Trebbin und Thyrow erfolgen“, erklärt Deges-Projektleiter Michael Herbst. Der Bauabschnitt sorgt zurzeit vor allem im Berufsverkehr morgens und nachmittags regelmäßig für Stau. Das hat nun ein Ende. Der Strom von Fahrzeugen rollt dann unter der neuen Brücke hindurch.

Es war ein zäher Kampf für diese Ortsumfahrung

Die gesamte 5,1 Kilometer lange Ortsumfahrung soll Ende dieses Jahres fertig sein. Geplant sind für alle zehn Bauwerke – zwei Überführungen, eine Doppelbogen-Grünbrücke aus Holz und sieben Unterführungen  – insgesamt 39 Millionen Euro. Damit ist die B101 dann zwischen den Autobahnen A13 Richtung Dresden und A9 Richtung Halle/Leipzig die dritte wichtige Verbindung von Berlin ins südliche Bundesgebiet.

Dabei hatte es anfangs eines zähen Kampfes bedurft, damit auch dieser Abschnitt der B101 mit der Ortsumfahrung Thyrow überhaupt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Das war er im Gegensatz zum Rest dieser Verkehrsader durch den Kreis Teltow-Fläming nämlich nicht.

Thyrow kann nicht vierspurig durchschnitten werden

Eine, die das Baugeschehen nicht nur genau verfolgt, sondern es miterlebt und seit mehr als zwei Jahrzehnte lang auf verschiedensten politischen Ebenen mit für diese Umgehung gestritten hatte, ist Thyrows Ortsvorsteherin Gertrud Klatt (CDU). Sie hatte es erreicht, dass die damals noch selbstständige Gemeinde 1991 ihren Flächennutzungsplan als erste im Land Brandenburg genehmigt bekommen hatte.

Beim Besuch auf der Baustelle erinnert sie sich an den Kampf um diese Ortsumfahrung: „Es war allen klar, dass Thyrow nicht von einer vierspurigen Bundesstraße durchschnitten werden kann. Aber dass es so lange dauert, bis die Diskussionen über einen Damm, einen Trog und Ost- oder West-Umfahrung endlich abgeschlossen waren...“ Sie lacht. Und freut sich wie die meisten Thyrower, dass die täglichen Staus von der vierspurigen Bundesstraße auf die enge Ortsdurchfahrt bald vorbei sind. „Dann können wir wieder ganz normal wie andere Leute auch ihre Dorfstraße überqueren“, sagt die Ortsvorsteherin.

Ob der kleine Supermarkt überleben kann, ist offen

Einen Wermutstropfen könnte es jedoch geben, wenn die B101 auch in Thyrow komplett ist: „Unseren kleinen Supermarkt“, sagt Gertrud Klatt. Ob der sich halte, wenn Berufspendler aus dem Norden beim Heimfahren nicht mehr in Thyrow einkaufen, das weiß sie nicht. „Dazu kann im Moment niemand was sagen. Aber schade wäre es natürlich“, so die Ortsvorsteherin, die mit anderen Einwohnern für dieses Geschäft im Ort gestritten hatte.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 09.02.2018

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